Unser Ethik-Kodex

Präambel

Als Wissenschaftler*innen suchen wir systematisch nach Wahrheit und Erkenntnis. Wir versuchen, die Komplexität unserer Welt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verstehen und zu erklären. Dabei legen wir unsere Verfahren offen und prüfen unsere Aussagen kritisch.

Wissenschaftliche Methoden können keine ewig gültigen Wahrheiten generieren. Sie ermöglichen es aber, Aussagen über die Wirklichkeit zu bestätigen oder zu widerlegen und so überprüfbares Wissen zu erzeugen. Solches Wissen erfüllt vielerlei Funktionen. Es kann Phänomene beschreiben und erklären, Probleme identifizieren und Lösungsvorschläge anbieten, Entwicklungen prognostizieren oder moralische Orientierung bieten. Im Idealfall trägt es zum Wohl der Menschen und zum Schutz der Umwelt bei.

Nicht zuletzt weil ein Großteil unserer Forschung von den Steuerzahler*innen finanziert wird, sind wir der Gesellschaft gegenüber verpflichtet. Wenn unsere Fachkenntnis dabei helfen kann, das aktuelle nationale und internationale Geschehen besser zu verstehen, sollten wir sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Angesichts der Herausforderung durch eine Reihe von Krisen sind die Politik- und Sozialwissenschaften gegenwärtig mehr denn je in der Pflicht, ihr Wissen in den öffentlichen Diskurs einzubringen.

Deshalb haben wir Politikon gegründet.

Politikon ist ein gemeinnütziges Online-Magazin, in dem die Politikwissenschaft und andere Sozialwissenschaften ihre Expertise der Allgemeinheit kostenlos auf Deutsch und Englisch zur Verfügung stellen. Der Titel des Magazins greift Aristoteles’ Diktum auf, der Mensch sei von Natur aus ein zoon politikon, ein politisches und soziales Lebewesen, das in einer Gemeinschaft von Freien und Gleichen nach dem „möglichst besten Leben“ streben solle. [1] Unser Themenspektrum reicht von Politik über Gesellschaft, Recht und Wirtschaft bis Wissenschaft und Umwelt.

Unsere Mission: Wir wollen die Expertise der Politik- und Sozialwissenschaften demokratisieren und der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Außerdem ist es uns wichtig, den wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit zu fördern. Um diese Mission angemessen und glaubwürdig zu verwirklichen, haben wir den vorliegenden Ethik-Kodex erstellt. Er legt unser Leitbild, unsere Grundprinzipien, unsere publizistischen Grundsätze und die Rolle unseres Ethikbeirats fest. Ideelle Grundlage ist die von Jürgen Habermas entwickelte Diskursethik. [2]

I. Leitbild

Politikon ist ein politisch neutrales Forum, aber wir sind keineswegs haltungslos. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte bilden unseren normativen Rahmen. Wir achten und schützen die Würde der Menschen. Wir sind der Wahrhaftigkeit und der Wissenschaftsfreiheit verpflichtet. Wir treten für Demokratie und ein diskriminierungsfreies Miteinander ein. Und wir handeln fair und respektvoll im Umgang mit unseren Mitbürger*innen.

II. Unsere zehn Grundprinzipien

Politikon basiert auf zehn unveränderlichen Grundprinzipien. Sie definieren unser Selbstverständnis und bilden die Richtschnur für unsere publizistischen und redaktionellen Entscheidungen:
 

(1) Wir sind gemeinnützig

Als eine vom Berliner Finanzamt anerkannte Non-Profit-Organisation verfolgt Politikon ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Wir haben keine kommerziellen Interessen und sind nicht gewinnorientiert. Unsere Tätigkeit ist darauf ausgerichtet, die Gesellschaft als Ganzes zu unterstützen.
 

(2) Wir sind unabhängig

Politikon ist unabhängig von politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und privaten Interessen.
 

(3) Wir sind überparteilich

Wir stehen keiner politischen Partei, Gruppe oder Sichtweise nahe. Das schließt nicht aus, dass einzelne Autor*innen engagiert Stellung nehmen und Partei ergreifen. Wir ermutigen sie sogar, Haltung zu zeigen und Standpunkte zu beziehen. Solche individuellen Meinungsäußerungen kennzeichnen wir eindeutig als Kommentare und unterscheiden sie damit von den Berichten und Analysen im Magazin. In der Gesamtheit der Beiträge auf Politikon soll die Vielfalt der bestehenden Standpunkte Ausdruck finden.
 

(4) Wir sind kostenfrei zugänglich

Wir sind der Überzeugung, dass alle ein Recht auf freien Zugang zu Wissen haben, das mit Hilfe von Steuermitteln erzeugt wurde. Unseren Journalismus betrachten wir daher als ein öffentliches Gut. Wir verpflichten uns, alle unsere Inhalte dauerhaft kostenfrei zur Verfügung zu stellen. So wollen wir insbesondere auch Menschen mit geringem Einkommen Zugriff auf qualitativ hochwertige Informationen geben und Teilhabe an der öffentlichen Kommunikation ermöglichen.
 

(5) Wir sind werbefrei

Es gibt bei uns weder Werbung noch Native Advertising, d.h. als redaktionelle Inhalte getarnte Werbeartikel.
 

(6) Wir sind egalitär und intergenerationell

Die Stimmen der jüngeren Wissenschaftler*innen werden an den Universitäten oft überhört. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Kolleg*innen im Ruhestand, deren Wissen wir heute dringender denn je brauchen. Politikon ist ein intergenerationelles und herrschaftsfreies Projekt, bei dem sich alle Mitwirkenden gleichberechtigt begegnen. Gemäß Jürgen Habermas’ Diskursethik sollen sich nicht Macht oder Status in der Debatte durchsetzen, sondern allein der „zwanglose Zwang“ des besseren Arguments. [3]
 

(7) Wir sind sowohl kritisch als auch aufgeschlossen gegenüber Kritik

Wissenschaft kann immer nur vorläufige Antworten auf Forschungsfragen geben. Im Lauf der Zeit werden diese Antworten aufgrund neuer Erkenntnisse modifiziert oder verworfen. Auf Politikon werden wir vorhandenes Wissen und etablierte Meinungen kritisch prüfen. Gleichzeitig bemühen wir uns, aufgeschlossen zu sein gegenüber Kritik an unseren eigenen Ideen, Befunden, Sichtweisen und Vorurteilen.
 

(8) Wir sind offen für andere Meinungen

Wissenschaft bedeutet für uns u.a. freies und mitunter befreiendes Denken. Wenn Kolleg*innen neuartige oder abweichende Meinungen vertreten, laden wir sie ein, diese zu äußern und zu begründen. Auf Politikon kann jedes Argument – ob genehm oder unpopulär – diskutiert und gegebenenfalls entkräftet werden, solange dabei nicht gegen die allgemeinen Gesetze verstoßen wird oder die Grundrechte anderer verletzt werden. Wir debattieren engagiert, hören einander zu und halten uns dabei an das diskursethische Toleranzprinzip. D.h. wir respektieren Menschen auch dann als Gegenüber, wenn wir zu dem Schluss kommen, dass sie inhaltlich oder moralisch falsch liegen. [4]
 

(9) Wir haben hohe ethische Standards bei unserer Finanzierung

Wir wollen kein Geld aus moralisch fragwürdigen Quellen. Deshalb legen wir klare Regeln für unser Fundraising fest. Politikon finanziert sich ausschließlich durch Spenden von gemeinnützigen Stiftungen, Organisationen der Wissenschaftsförderung, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, Trägern der politischen Bildung und einzelnen Mitbürger*innen. Wir definieren Spenden als freiwillige Geld-, Sach- oder Dienstleistungen, die ohne jegliche Gegenleistung erfolgen. Die Förderer*innen handeln allein aus altruistischen Motiven. Wir nehmen Zuwendungen nur an, wenn die Unabhängigkeit von Politikon von partikularen Interessen gewährleistet ist. Sollte sich herausstellen, dass Spender*innen Tätigkeiten nachgehen, die mit diesem Ethik-Kodex unvereinbar sind, geben wir ihnen ihre Zuwendungen zurück.
 

(10) Wir legen die Herkunft und Verwendung unserer Mittel offen

Wir verpflichten uns, dauerhaft die Herkunft und Verwendung unserer Mittel offenzulegen. Wir veröffentlichen daher die Namen aller unserer Förderer*innen sowie die Art ihrer Unterstützung bzw. den Betrag ihrer Spende auf unserer Website. So stellen wir die notwendige Transparenz her, um unsere redaktionelle Unabhängigkeit überprüfbar zu machen. Wenn Förder*innen mit diesen Regeln nicht einverstanden sind, können wir ihre Zuwendungen leider nicht annehmen.

Wir versprechen, dass wir die bereitgestellten Mittel sparsam und verantwortungsbewusst einsetzen. Wir verwenden sie ausschließlich und unmittelbar für unsere gemeinnützigen Zwecke und begünstigen niemanden durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen. Um transparent Rechenschaft abzulegen, veröffentlichen wir auf unserer Website jedes Jahr einen detaillierten Bericht über unsere Tätigkeiten und die damit verbundenen Kosten. Darin führen wir auch die Gehälter unserer Geschäftsführung und Redaktionsleitung auf.

III. Unsere publizistischen Grundsätze

Unsere publizistischen Grundsätzen definieren unsere ethischen Maßstäbe, unseren Informationsauftrag, unsere Qualitätsstandards, unsere Maßnahmen zur Sicherung dieser Standards, unsere Diskussionskultur und unser Verständnis von Transparenz und Datenschutz.
 

Ethische Maßstäbe

(1) Wir nehmen unsere publizistische Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen unbeeinflusst von persönlichen Interessen wahr.

(2) Wir sind ehrlich gegenüber anderen und gegenüber uns selbst.

(3) Wir hinterfragen Ideen, Befunde und Meinungen – insbesondere, wenn sie unserem Herzen nahe sind.

(4) Wir halten uns an die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), den Pressekodex des Deutschen Presserats und den Ethik-Kodex der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW).

(5) Wir wollen keine Beiträge veröffentlichen, die sich auf ethisch problematische Forschung stützen. Wir erwarten, dass sich unsere Autor*innen an die ethischen Standards ihrer jeweiligen Fachverbände, wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, halten.

(6) Wir verpflichten uns, wissenschaftliche Ergebnisse wahrhaftig, unvoreingenommen und in ihrer Komplexität angemessen zu beschreiben. Wir spekulieren oder verallgemeinern nicht unzulässig. Wir wecken keine unbegründeten Hoffnungen oder Befürchtungen. Außerdem verharmlosen oder verschweigen wir keine Risiken.

(7) Wir benennen wichtige Unsicherheiten, Datenlücken, methodische Probleme, offene Fragen und die Grenzen unseres Wissensstandes.

(8) Wie in anderen Fächern herrscht in den Sozialwissenschaften selten absolute Einigkeit über ein Thema. Wir berichten möglichst objektiv über unterschiedliche Standpunkte und Debatten in unseren Disziplinen. Bei der Suche nach geeigneten Autor*innen gehen wir möglichst vorurteilsfrei vor.

(9) Wir diskriminieren niemanden aufgrund geschlechtlicher oder sexueller Identität, Behinderung, Alters oder Zugehörigkeit oder Affinität zu einer ethnischen, religiösen, sozialen, politischen, nationalen oder regionalen Gruppe.

(10) Wir verpflichten uns, eingereichte Beiträge fair, zügig und vertraulich zu begutachten.
 

Informationsauftrag

(11) Wir setzen auf Information statt Unterhaltung. Unser Stil ist sachlich, analytisch, und faktenorientiert.

(12) Wir sind offen für Grautöne und benennen widersprüchliche Informationen und Erkenntnisse.

(13) Wir geben unsere Quellen an, solange das sie nicht in Gefahr bringt. Wann immer es möglich ist, bieten wir den Nutzer*innen über Links freien Zugang zu den Quellen. Textübernahmen machen wir als Zitate kenntlich, und wir benennen die Quellen.

(14) Wir stellen in unseren Beiträgen Links zu weiterführenden Zeitschriftenartikeln, Büchern und anderen Publikationen zur Verfügung, damit Nutzer*innen die Möglichkeit haben, sich tiefergehend zu informieren.

(15) Wir schreiben unsere Beiträge auf eine Weise, dass Nicht-Spezialist*innen sie nachvollziehen können. Auch komplexe Sachverhalte versuchen wir möglichst allgemeinverständlich, übersichtlich und anschaulich zu vermitteln.

(16) Die Weiterveröffentlichung von Politikon-Beiträgen durch andere Medien ist grundsätzlich möglich. Sie muss auf Politikon als Quelle hinweisen und verlinken.
 

Qualitätsstandards

(17) Wir vermeiden Vereinfachungen, Übertreibungen und sensationalistische Darstellung. Wir verzichten auf Clickbaiting (Klickköder), d.h. den Versuch, mit reißerischen Überschriften höhere Zugriffszahlen zu erzielen.

(18) Im Idealfall berichten wir über veröffentlichte Forschung, die in einem Begutachtungsverfahren durch Fachkolleg*innen überprüft wurde. Das hilft sicherzustellen, dass die Arbeiten wissenschaftliche Qualitätsstandards erfüllen. In Ausnahmefällen veröffentlichen wir auch Berichte über bisher noch nicht durch Peer Review begutachtete Forschung. Dies machen wir in dem entsprechenden Beitrag kenntlich.

(19) Wir veröffentlichen keine Beiträge, die uns von Unternehmen angeboten werden.

(20) Wir überprüfen alle Artikelvorschläge und Beiträge auf mögliche Schleichwerbung.

(21) Wir veröffentlichen keine Beiträge, die bereits bei anderen Medien erschienen sind. Eine zeitgleiche Veröffentlichung von Beiträgen gemeinsam mit anderen Medien ist möglich.
 

Sicherung der Qualitätsstandards

(22) Wir halten uns an das redaktionelle Vier-Augen-Prinzip: Jeder Beitrag, der bei uns erscheint, wird von mindestens zwei Personen geprüft.

(23) Unsere Autor*innen haben das Recht auf den letzten Blick. D.h. unsere Redaktion übermittelt ihnen vor der Veröffentlichung die Endfassungen ihrer Beiträge zur abschließenden Durchsicht.

(24) Wir führen regelmäßig Redaktionskonferenzen durch. Die damit verbundene Beitragskritik ist ein zentrales Instrument zur Sicherung der Qualität unserer Arbeit. Wir bitten unsere Redaktionsmitglieder und externe Kritiker*innen, unsere Beiträge kritisch zu prüfen.

(25) Wir sind uns bewusst, dass viele unserer Nutzer*innen über einen hohen Sachverstand verfügen. Deshalb bitten wir sie, uns auf Fehler, Ungenauigkeiten oder Versäumnisse aufmerksam zu machen. Wir nehmen ihre Rückmeldungen ernst.

(26) Wenn uns Fehler unterlaufen, stehen wir dazu, korrigieren sie umgehend und versuchen, daraus zu lernen. Bei Rechtschreib- oder Grammatikfehlern machen wir die Korrektur in den Beiträgen nicht zusätzlich kenntlich. Bei inhaltichen Fehlern weisen wir unter dem Text auf die vorgenommenen Änderungen hin.

(27) Wenn uns ein gravierender Fehler unterläuft, weisen wir schnellstmöglich in einer Mitteilung „in eigener Sache“ darauf hin.

(28) Wir verpflichten uns, jegliches Fehlverhalten unsererseits aufzuarbeiten und darüber auf Politikon und in unserem jährlichen Rechenschaftsbericht zu informieren.

(29) Sollte der Deutsche Presserat unsere Arbeit rügen, verpflichten wir uns dazu, die Rüge auf Politikon zu veröffentlichen.
 

Unsere Diskussionskultur

(30) Timothy Garton Ashs Empfehlung folgend wollen wir auf Politikon eine Kultur der „Offenheit und robusten Zivilität“ pflegen. [5] D.h. Gedanken und Ansichten können ohne Tabus debattiert werden, solange dies nicht gegen die allgemeinen Gesetze verstößt.

(31) Wir bilden eine Bandbreite an teilweise auch kontroversen Meinungen ab und laden unsere Nutzer*innen ein, sich mit eigenen Beiträgen an Diskussionen zu beteiligen.

(32) Wir nehmen unsere Nutzer*innen als Diskussionsteilnehmer*innen ernst und streben nach einem auf wechselseitiges Lernen ausgerichteten Dialog auf Augenhöhe.

(33) Unser Ziel ist eine kritische inhaltliche Auseinandersetzung und wechselseitige Verständigung. Dabei argumentieren alle Beteiligten sachlich; niemand soll eingeschüchtert werden.

(34) Beiträge mit Werbung, Beleidigungen und strafrechtlich relevanten Inhalten veröffentlichen wir nicht.
 

Transparenz

(35) Unsere Autor*innen nennen alle Personen, die maßgeblich zu ihrer in ihrem Politikon-Beitrag referierten Forschung beigetragen haben.

(36) Politikon-Redaktionsmitglieder sollen Situationen vermeiden, die die Integrität des Magazins beschädigen oder die auch nur den Eindruck eines Interessenkonflikts erwecken könnten.

(37) Politikon-Kolumnist*innen sind frei in der Wahl der Themen für ihre Beiträge. Auch sie sollten Situationen vermeiden, die die Integrität von Politikon beschädigen oder die auch nur den Eindruck eines Interessenkonflikts erwecken könnten.

(38) Falls potenzielle Interessenkonflikte vorliegen, sollten Autor*innen diese vor der Veröffentlichung der Redaktionsleitung mitteilen. Die Redaktionsleitung wird dann entscheiden, ob sie den betreffenden Beitrag veröffentlicht und – wenn ja – welche zusätzlichen Hinweise notwendig sind, um die Nutzer*innen über den potenziellen Interessenkonflikt zu informieren.

(39) Unsere Autor*innen nennen unter bzw. neben ihrem jeweiligen Beitrag auf Politikon ihre beruflichen Anbindungen, die finanziellen Quellen ihrer in dem Beitrag dargestellten Forschung und alle Umstände, die Zweifel an ihrer Unvoreingenommenheit wecken könnten. Dazu gehören u.a. parteipolitische Ämter und Anbindungen an relevante Unternehmen, Organisationen oder Institutionen.

(40) Bestehen persönliche Beziehungen zu in einem Beitrag beschriebenen Personen, Unternehmen, Organisationen oder Institutionen, die Zweifel an der Unabhängigkeit unserer Autor*innen wecken könnten, weisen wir darauf unter dem jeweiligen Beitrag hin oder wir verzichten auf die Veröffentlichung des Beitrags.

(41) Unsere Autor*innen veröffentlichen unter ihren eigenen Namen. Nur in seltenen Ausnahmefällen gestattet die Redaktionsleitung die Verwendung eines Pseudonyms und kennzeichnet dieses als solches.

(42) Autor*innen von Rezensionen dürfen der/dem Autor*in der rezensierten Publikation weder beruflich noch freundschaftlich oder feindschaftlich verbunden sein.

(43) Wenn eine Autor*in Wertungen vornimmt, kennzeichnen wir den Beitrag als Kommentar.

(44) Um unsere Unabhängigkeit zu wahren, werden anfallende Kosten (z.B. Reisekosten) für Redaktionsmitglieder ausschließlich von Politikon getragen. 

(45) Wir veröffentlichen alle Bilder, Grafiken und Filme mit Copyright-Hinweis. Eine grafische Bearbeitung machen wir kenntlich.
 

Datenschutz

(46) Der Schutz der personenbezogenen Daten unserer Nutzer*innen hat oberste Priorität. Als Non-Profit-Organisation haben wir kein Interesse daran, Informationen über das technisch Notwendige hinaus zu erfassen. Deshalb beschränken wir unsere Datenerhebung auf ein Minimum, wie z.B. die Speicherung von Email-Adressen für den Versand unseres Newsletters.

(47) Wir minimieren die Verwendung von Cookies und sichern unseren Nutzer*innen zu, dass wir ihre Daten weder jetzt noch in Zukunft weitergeben oder verkaufen.

IV. Ethikbeirat

Unser Ethikbeirat achtet als Ombudsstelle darauf, dass Politikon diesen Ethik-Kodex einhält.

(1) Er berät die Politikon-Geschäftsführung und Redaktionsleitung im Hinblick auf die Vereinbarkeit ihrer Tätigkeiten mit diesem Ethik-Kodex.

(2) Der Ethikbeirat umfasst mindestens drei, höchstens acht Mitglieder. Die Mitglieder werden durch die Geschäftsführung nach Zustimmung der Gesellschafter*innenversammlung berufen. Die Mitglieder werden angehört, bevor ein neues Mitglied berufen wird.

(3) Die Mitglieder des Ethikbeirats werden für drei Jahre berufen. Eine mehrfache Berufung ist zulässig.

(4) Der Ethikbeirat wählt aus seiner Mitte eine/n Vorsitzende*n für die Dauer der Amtsperiode.

(5) Der Ethikbeirat wird von der Geschäftsführung in regelmäßigen Abständen – mindestens einmal im Kalenderjahr – über die Tätigkeiten von Politikon unterrichtet. Seine Mitglieder können jederzeit von der Geschäftsführung Auskünfte und Berichte in allen Angelegenheiten verlangen, die die Arbeit von Politikon betreffen.

(6) Der Ethikbeirat nimmt Anzeigen von Verstößen gegen diesen Ethik-Kodex entgegen und strebt nach einer vermittelnden Beilegung.

(7) Beschlüsse des Ethikbeirats werden in Versammlungen gefasst. Außerhalb von Versammlungen können Beschlüsse auch in Textform per Post oder Email und/oder im Rahmen von Telefonkonferenzen gefasst werden. Die Einberufung und Leitung von Sitzungen des Ethikbeirats erfolgt durch die/den Vorsitzende*n oder im Verhinderungsfall durch eine/n von ihr/ihm ernannte/n Stellvertreter*in schriftlich mit einer Ladungsfrist von 30 Tagen. Der Ethikbeirat ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder in der Sitzung anwesend sind. An einer Abstimmung müssen sich mindestens die Hälfte der Mitglieder des Ethikbeirats beteiligen. Es wird mit einfacher Mehrheit abgestimmt. Jedes Mitglied des Ethikbeirats hat eine Stimme.

(8) Der Ethikbeirat tagt nichtöffentlich. Seine Beratungen sind vertraulich. Es wird gegebenenfalls nur über die Ergebnisse der Beratungen berichtet, nicht darüber, welches Mitglied des Ethikbeirats welche Positionen vertreten hat.

(9) Besteht der Verdacht, dass ein/e Mitwirkende von Politikon gegen den Ethik-Kodex verstoßen hat, hat sie/er die Möglichkeit, sich gegenüber dem Ethikbeirat zu dem Vorwurf zu äußern.

(10) Stellt der Ethikbeirat im Verlauf der Beratungen fest, dass ein Verstoß gegen den Ethik-Kodex vorliegt, informiert er alle davon betroffenen Seiten und verfasst einen Bericht an die Geschäftsführung. Der Ethikbeirat kann der Geschäftsführung darin Maßnahmen empfehlen und Vorschläge machen, wie zukünftige Verstöße vermieden werden können. Befindet der Ethikbeirat, dass kein Verstoß gegen den Ethik-Kodex vorliegt, werden alle betroffenen Seiten darüber informiert.

(11) Tritt bei einer bestimmten Frage das Risiko eines Interessenkonflikts auf, hat das betreffende Mitglied des Ethikbeirats dies der/dem Vorsitzenden des Ethikbeirats an-zuzeigen und mit ihr/ihm darüber ein Gespräch zu führen. Ergibt sich dabei keine Übereinstimmung darüber, ob ein Interessenkonflikt vorliegt, so entscheidet der Ethikbeirat in Abwesenheit der/des Betreffenden über deren/dessen Teilnahme an der entsprechenden Beratung und Beschlussfassung.

(12) Alle Erklärungen des Ethikbeirats werden namens des Ethikbeirats von seiner/m Vorsitzenden oder ihrer/m Stellvertreter*in abgegeben.

(13) Die Beschlüsse des Ethikbeirats sind zu protokollieren. Das Protokoll ist innerhalb von vier Wochen den Mitgliedern des Ethikbeirats, der Geschäftsführung und den Gesellschafter*innen zu übermitteln.

(14) Der Ethikbeirat erstellt eine Dokumentation und Bewertung aller eingegangenen Anzeigen von Verstößen gegen unseren Ethik-Kodex. Er berichtet der Geschäftsführung mindestens einmal jährlich über seine Arbeit und die verhandelten Fälle. Berichte des Ethikbeirats werden im Politikon-Jahresbericht veröffentlicht.

V. Schlussbemerkung

Dieser Ethik-Kodex dient der Sicherung unserer ethischen Maßstäbe und journalistischen Qualität. Alle Autor*innen und Redaktionsmitglieder sind verpflichtet, sich daran zu halten. Bei Fragen oder in Zweifelsfällen können sie sich jederzeit an die Redaktionsleitung wenden. Sie ist für die Einhaltung verantwortlich.

 

Endnoten

[1] Aristoteles, Politik, mit Einleitung, Bibliographie und zusätzlichen Anmerkungen von Wolfgang Kullmann (Hamburg: Rowohlt, 2014), 310. Siehe auch 47 und 57.

[2] Jürgen Habermas, Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln (Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1983), 53-125; Jürgen Habermas, Erläuterungen zur Diskursethik (Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1991).

[3] Jürgen Habermas, Sprachtheoretische Grundlegung der Soziologie: Philosophische Texte, Band 1 (Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2009), 144.

[4] Reinhard Wolf, „Die Selbstgefälligkeit der Intelligenz im Zeitalter des Populismus. Plädoyer für mehr Lernbereitschaft in der Demokratie“, Aus Politik und Zeitgeschichte 67:44-45 (2017), 9-10.

[5] Timothy Garton Ash, Redefreiheit. Prinzipien für eine vernetzte Welt (Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2016), 316-325.